Qualitätsmanagement gilt in nicht wenigen Unternehmen als „notwendiges Übel“. Aus Sicht von Bildungseinrichtungen ist die Steuerung und Sicherung der Qualität gerade in Zeiten von Normvorgaben wie die AZAV zwar unerlässlich, aber oft auch kosteneintreibend. So überwiegen oftmals die Missverständnisse über die Aufgabe und die Wirkung des Qualitätsmanagements im Unternehmen. Dass diese Vorurteile jedoch widerlegt werden können, zeigt folgender Beitrag.

6 gängige Vorurteile gegen Qualitätsmanagement

1.    Qualitätsmanagement liefert keinen Beitrag zur Wertsteigerung des Unternehmens

Dieses Fehlurteil ist wohl das Verbreitetste: Qualität kostet, aber bringt keine nachvollziehbare Wertsteigerung mit sich.  Tatsächlich aber, lässt sich Wertsteigerung nicht durch Kosteneinsparung und die damit verbundenen Qualitätseinschränkungen erzielen. Wertsteigerung erfolgt vielmehr durch Prozessverbesserungen im Unternehmen, die dann Qualitätssteigerungen und Kostensenkungen nach sich ziehen.

2.    Ganzheitliches Qualitätsmanagement ist zu teuer

In vielen Unternehmen existiert der Grundsatz, dass 99% Qualität dem Durchschnitt der Wirtschaft entsprechen und damit genug sind. Eine Null-Fehler-Qualität ist schlicht weg zu teuer. Die entscheidende Frage ist jedoch, ob die Durchschnittlichkeit für einen langfristigen Erfolg reicht. Unternehmen sollten sich daher fragen, ob eine Null-Fehler-Qualität unerreichbar ist oder ob es sich um ein realisierbares Ziel handelt, das sich langfristig sogar rechnet. Gerade bei neuen Produkten und Dienstleistungen ist ein ganzheitliches Qualitätsmanagement erfolgsentscheidend, da in den Prozessen noch keine Routine besteht.

3.    Qualitätsmanagement verändert nichts Wesentliches

Oft herrscht das Vorurteil vor, dass Qualitätsmanagement keine bahnbrechenden Veränderungen bewirkt und sich nur auf das Prüfen von Prozessen beschränkt. Wird Qualitätsmanagement jedoch professionell und umfassend praktiziert, hat dies eine starke Ausstrahlung auf das Unternehmen und dessen Positionierung am Markt. Durch positive Veränderungen wird die Zukunftgestaltung des Unternehmens vorangetrieben.

4.    Qualitätsmanagement kann losgelöst von allen anderen Geschäftsprozessen betrieben werden

Die Vorstellung, dass Qualitätsmanager Dokumentenberge im stillen Kämmerlein isoliert von allen anderen Abteilungen prüfen ist längst überholt. Qualitätsmanager nehmen eine wichtige Schnittstellenfunktion zwischen allen Abteilungen des Unternehmens ein. Nur so lassen sich die Ganzheitlichkeit der Qualitätsorientierung im Unternehmen und eine umfassendere Fehlervermeidung realisieren.

5.    Qualitätsmanager sind Bürokraten

Diese Einstellung gegenüber Qualitätsmanagementbeauftragte rührt aus der Zeit der Qualitätssicherung. Hier fungierte der QMB nur als Auditor, der mit einer Strichliste durch das Unternehmen ging und Sachverhalte abhakte. Doch dies ist heute nur eine Seite der Aufgabe eines Qualitätsmanagers. Aus den erkannten Soll-Ist-Abweichungen muss er Konsequenzen für das Unternehmen ableiten und damit positive Veränderungen anstoßen. Der Qualitätsmanager von heute ist somit Experte in Sachen Qualität und Impulsgeber für Veränderungen.

6.    Gemessene Qualität entspricht immer der vom Kunden wahrgenommenen Qualität

Da der Kunde das Produkt kauft oder die Dienstleistung in Anspruch nimmt, ist er die Richtschnur für Qualität. Die gemessene Qualität des Qualitätsmanagements muss dann nicht immer der vom Kunden wahrgenommenen Qualität entsprechen. Um die Differenz zwischen gemessener und wahrgenommener Qualität zu messen, ist ein regelmäßiges Kundenfeedback notwendig. Dies spiegelt die wahrgenommene Qualität wider.

Möchten Sie mehr zum Thema Qualitätsmanagement in Unternehmen und Bildungsorganisationen erfahren? Dann besuchen Sie eines der Basisseminare für Qualitätsmanager der CERTQUA GmbH (www.certqua.de).

Bildquelle: Gerd Altmann  / pixelio.de

6 gängige Vorurteile gegenüber Qualitätsmanagement und wie diese ausgeräumt werden können
Tagged on:         

One thought on “6 gängige Vorurteile gegenüber Qualitätsmanagement und wie diese ausgeräumt werden können

  • January 22, 2014 at 8:40 am
    Permalink

    Ich persönlich kann mir auch nicht erklären, warum das Qualitätsmanagement oftmals einen so niedrigen Stellenwert in Unternehmen hat. Die Vorurteile, die hier beschrieben wurden, kann man aber immer mal wieder vereinzelt hören. Umso besser, dass auf jedes einzelne mal genauer eingegangen wird, denn QM ist definitiv nicht zu teuer, sondern es rechnet sich langfristig und ist meiner Einschätzung nach auch der beste Weg, um die Effizienz in einem Unternehmen nicht nur beizubehalten, sondern sogar in vielen Fällen noch steigern zu können.

    Reply

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *