“Alles nur nicht gewöhnlich – sondern besonders“ gilt auch für das Trägerleben. Wenn der Wettbewerb härter und die Produkte immer ähnlicher werden, müssen Sie bei Ihren Teilnehmern mit einem erkennbaren Alleinstellungsmerkmal (USP = Unique Selling Proposition) glänzen. Mehr noch: Sie müssen insbesondere Anreize und Kaufargumente für die Zielgruppe schaffen, denn diese sollen Ihre Leistungen ja abnehmen. In jeder Geschäftstätigkeit mit externen, interessierten Finanzierern (egal ob Bundesagentur, Jobcenter, Jugendamt oder Träger der Sozialhilfe) müssen das Produkt oder die Dienstleistung nicht nur dem Endkunden, sondern auch dem Leistungsträger gefallen. Bleiben wir aber in diesem Artikel bei den zahlreichen Bildungsträgern, deren Finanzierungspartner oftmals die Bundesagenturen oder Jobcenter sind. Bedarfsträger der Arbeitsförderung überlegen intensiv, ob die Ausschreibung, die AVGS- oder die FbW-Maßnahmen nun näher an den Arbeitsmarkt führen und ob gerade Ihnen als Anbieter das Vertrauen geschenkt wird.

Natürlich können Sie den Wettbewerb beobachten und ähnliche oder gleiche Produkte zulassen wie die Wettbewerber, nur müssen diese -mit Ihrem Ruf- nicht genauso gut laufen. Warum nicht? Weil Sie in diesem Feld vielleicht nicht über die Positionierung und auch über nicht die notwendigen Kernkompetenzen verfügen. Kernkompetenzen sind besondere Fähigkeiten, die Sie über Wissen und Kompetenzen erlangt haben, um damit außergewöhnliche Produkte und Dienstleistungen zu erzeugen. Sie sind also nicht einfach so da, sondern müssen in Ihrem Unternehmen und mit Ihren Mitarbeitern systematisch aufgebaut und entwickelt werden. Kernkompetenzen sind per Definition Fähigkeiten, die eine Organisation im Vergleich zur Konkurrenz besser ausführen kann und dadurch einen Wettbewerbsvorteil erlangt.

Kernkompetenzen können sich in einem Bildungsträger auf unterschiedlichen Ebenen ausbilden. Die meisten Unternehmer denken aber meist nur an ein unikales Produkt. Folgende Beispiele sollen verdeutlichen, auf welchen Ebenen Kernkompetenzen etabliert werden können:

Branchenkompetenz: Die Kompetenz und das Wissen über die relevanten Strukturen und Mechanismen eines Berufsbildes (Fachwissen) oder einer Branche verbunden mit einem Netzwerk.

Abrechnungskompetenz: Die Kompetenz die Abrechnung von ESF- oder BAMF/ESF-Projekten bestmöglich zu realisieren und für den Träger ressourcenoptimal zu gestalten

Vermarktungskompetenz: Die Kompetenz das Vermarktungsnetzwerk für multiple Produkte und möglichst zeiteffizient und treffsicher zur Zielgruppe zu nutzen.

Umsetzungskompetenz (z. B. von Weiterbildungen): Kompetenz durch eine ressourcenoptimale Umsetzung der Weiterbildung bspw. durch die Verschiebung auf Online-Inhalte und damit Sicherung von schnellen Starts und Einstiegen in Maßnahmen der Arbeitsförderung.

Produktentwicklungskompetenz: Die Kompetenz und das Wissen geförderte Produkte so zuzulassen, dass diese einen günstigen Preis erzielen, aber auch in den Zulassungsrahmen passen.

Unsere Erfahrung in der Strategieberatung zeigt uns, dass viele die eigenen Kernkompetenzen nicht kennen bzw. erkennen und folglich auch gar nicht beginnen, eine Alleinstellung entlang dieser Kompetenzen zu entwickeln. Mehr noch: Die Weiterentwicklung und Stärkung solcher Kompetenzen findet nicht statt.  Die folgenden Kriterien beschreiben Kernkompetenzen und sollen Ihnen dauerhafte Vorteile ermöglichen.

Kernkompetenzen sind:

  • Wertvoll,
  • selten,
  • schwer zu imitieren,
  • nicht austauschbar und
  • werden besser, je intensiver eine Institution sie einsetzt.

Wenn Sie das Thema in Ihrem Unternehmen selbst angehen wollen, dann sollten Sie sich fragen:

  • Welche spezifischen Fähigkeiten macht unser Unternehmen derzeit erfolgreich?
  • Sind diese Fähigkeiten auch in der Zukunft noch relevant oder sind sie anzupassen?
  • Sind es besondere Fähigkeiten, die uns den Kunden besser bedienen lassen als der Wettbewerb?
  • Werden diese Fähigkeiten bereits intensiv eingesetzt und weiterentwickelt?

Nehmen Sie sich die Zeit, um diese Frage intern zu diskutieren, denn Kernkompetenzen sind die Basis für Ihre Zukunftsstrategie. Der Aufbau und die Pflege von Kernkompetenzen bindet erhebliche Ressourcen, ist aber für die Zukunft Ihres Unternehmens von entscheidender Bedeutung. Investieren Sie hier lieber Zeit, entwickeln Sie Ihre Kernkompetenzen permanent weiter.

Über den Autor:

Robert Fischer

Robert Fischer ist Inhaber des Beratungsunternehmens Strategiehorizont®. Strategiehorizont® berät Unternehmen und Institutionen aus dem geförderten Bereich (insbesondere Bildung, Jugendhilfe, WfbMs) in Fragen der Strategieentwicklung, des Qualitätsmanagements und der Entwicklung von Produktportfolien. Robert Fischer ist Diplom-Betriebswirt, Strategieberater und interner/externer Qualitätsauditor. Mehr Informationen: www.strategiehorizont.de

 

Bildquelle: www.clipdealer.com, Strategiehorizont

 

 

Haben Sie Kernkompetenzen? – Ein Kommentar von Robert Fischer
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