Die Prozesskostenrechnung ist Teil des Kostenmanagements und wird zunehmend  zur Kostensteuerung eingesetzt. Sie eignet sich besonders für Dienstleistungsunternehmen, da die Ausrichtung der Aufgaben in solchen Organisationen eher prozessual ausgerichtet ist. Die Prozesskostenrechnung verrechnet neben den Gemeinkosten der direkten auch die Gemeinkosten in den indirekten Leistungsbereichen (z.B. Verwaltung, Vertrieb, Buchhaltung etc.), da mit den herkömmlichen Kostenrechnungssystemen diese nur unzureichend abgebildet werden können. Bei der herkömmlichen Gemeinkostenverrechnung werden den Kostenträgern, mit einem pauschalen Zuschlagssatz, also undifferenziert nach ihrer Wertschöpfung, Gemeinkosten zugerechnet. So werden einige Produkte oder Dienstleistungen zu hoch, andere zu gering mit Gemeinkosten belastet. Fehlentscheidungen bezüglich zukünftiger Investitionen können dann die Folge sein. Die Prozesskostenrechnung ist daher ein wichtiges Instrument eines effizienten Qualitätscontrollings, um dieses zu verhindern.

 

Ziele der Prozesskostenrechnung  

Primär besteht das Ziel der Prozesskostenrechnung darin, die Schwächen von herkömmlichen Kostenrechnungssystemen zu beseitigen und das Prozessdenken auf die Kostenentstehung und -verrechnung zu lenken. Ziel ist es also entscheidungsrelevante Kosteninformationen zu gewinnen. Desweiteren soll die Prozesskostenrechnung die Gemeinkosten der indirekten Leistungsbereiche eines Unternehmens transparenter machen. Dazu gehört die Planung, Steuerung und Kontrolle der Gemeinkosten, insbesondere im Hinblick auf kostenübergreifende Prozesse.  Außerdem soll die Prozesskostenrechnung helfen, Rationalisierungspotenziale zu erkennen und die Wirksamkeit von Rationalisierungs- und Verbesserungsmaßnahmen zu bewerten. Dabei sollen nicht wertschöpfende Tätigkeiten und Prozesse eliminiert und somit organisatorische Schwächen erkannt werden.

Ein indirektes, aber nicht zu vernachlässigendes Ziel der Prozesskostenrechnung ist auch das Verantwortungsgefühl der Mitarbeiter für die Prozesse zu stärken und so die Kundenorientierung zu stärken.

So ist die Prozesskostenrechnung ist ein wichtiger Bestandteil des Qualitätscontrollings und des übergeordneten Qualitätsmanagements. Eine kontinuierliche Überprüfung der Qualität der angebotenen Produkte und Dienstleistungen sowie aller beteiligten Prozesse spielt im Wettbewerb um Kunden eine entscheidende Rolle. Ein auf die Einrichtung abgestimmtes Qualitätssystem ist die Voraussetzung für eine nachhaltige Qualitätssicherung. Die Zertifizierung von Qualitätsmanagementsystemen übernehmen akkreditierte Zertifizierungsorganisationen, die die Systeme mit anerkannten Normregelwerken abgleichen und bewerten. Die CERTQUA – Gesellschaft der Deutschen Wirtschaft zur Förderung und Zertifizierung von Qualitätssicherungssystemen in der beruflichen Bildung ist als spezialisierte Zertifizierungsorganisation schwerpunktmäßig im Bereich der beruflichen Bildung aufgestellt.

 

Prozesskostenrechnung – Wichtiges Instrument des Qualitätscontrollings

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