Hat eine Organisation mehrere Standorte oder gehört sie einer Unternehmensgruppe oder einem Verbund von Einzelorganisationen an, gibt es die Möglichkeit einer Multi-Site-Zertifizierung (Mehrfachstandort-Zertifizierung), z.B. nach ISO 9001. Bei diesem Verfahren unterliegt die Auditierung der beteiligten Standorte einem Stichprobenplan, d.h. dass nur ein Teil der Standorte von der Zertifizierungsorganisation auditiert wird. Für die Organisation bedeutet dies, dass sich der Zertifizierungsaufwand reduziert und somit auch die Vorbereitungszeit und die direkten Zertifizierungskosten. Doch die Multi-Site-Zertifizierung unterliegt bestimmten Voraussetzungen, die gegeben sein müssen, damit sie durchgeführt werden kann.

Voraussetzungen für eine Mehrfachstandort-Zertifizierung

Eine Zertifizierung mehrerer Standorte eines Unternehmens ist mit international vereinbarten Bedingungen verbunden.  Diese wurden von der Deutschen Akkreditierungsstelle (DakkS) im Dokument “IAF- Vebindliches Dokument für die Zertifizierung von Organisationen mit mehreren Standorten auf der Grundlage von stichprobenartigen Überprüfungen” zusammengefasst:

1. Es muss eine Unternehmenszentrale vorhanden sein
Die Organisation muss über eine Zentrale verfügen, in der Aktivitäten geplant, gesteuert, umgesetzt und bewertet werden.
2. Aktivitäten sollten im Ganzen oder teilweise ausgeführt werden
Die Aktivitäten im Geltungsbereich des Zertifikats sollten ganz oder teilweise an lokalen Standorten ausgeführt werden. Zudem sollten die lokalen Standorte in einem Netzwerk organisiert sein.
3. Gleichheit der angebotenen Dienstleistungen sollte vorhanden sein
An allen Standorten müssen die angebotenen Dienstleistungen gleich sein. D.h. auch, dass sie nach den gleichen Methoden erbracht werden.
4. Rechtliche Verbundenheit zwischen den Standorten
Rechtlich und vertraglich sollten die Standorte miteinander verbunden sein.
5. Gemeinsames QM-System
Alle Standorte sollten mit einem gemeinsamen QM-System arbeiten. Geführt wird das QM-System von der Zentrale.
6. QM-Planung und Managementreview zentral steuern
Neben einer gemeinsamen QM-Planung und einem gemeinsamen Managementreview, in dem die wichtigsten Aussagen der einzelnen Standorte zusammenfließen, ist ein gemeinsames Kennzahlensystem zwischen Zentrale und Standorten wichtig.
7. Gemeinsamer Auditplan
Sowohl die Zentrale als auch die Standorte müssen einem gemeinsamen Auditplan unterliegen. Dazu gehören auch unterjährig stattfindenden interne Audits.
8. Normkonformität des QM-Systems
Für eine Zertifizierung muss das QM-Systems einer Norm entsprechen. Dies gilt für die Zentrale als auch für die Standorte.
9. Daten analysieren
Voraussetzung für eine Multi-Site-Zertifizierung ist auch, dass gewonnene Daten gemäß dem PDCA-Zyklus bearbeitet werden. Die Organisation muss also auf die Systemdokumentation, das Managementreview, Beschwerden, sowie Auditplanung und Auditergebnisse Einfluss nehmen können.
10. Korrekturmaßnahmen zentral führen
Korrekturmaßnahmen sollten über die Zentrale eingeführt werden. Externe Auditberichte werden dann auch direkt an die Zentrale geschickt, damit alle Korrektur- und Kontrollmaßnahmen zentral gesteuert werden können.

Stichprobenberechnung für die Auditierung
Das IAF-Dokument der DakkS macht auch klare Vorgaben zur Anzahl der zu auditierenden Standorte, die per Stichprobenberechnung zu ermitteln sind. So sollte die Größe der Stichprobe bei einem Erstaudit die Quadratwurzel der Anzahl der Standorte sein.

Sie sind ein Unternehmen mit mehreren Standorten und möchten sich nach ISO 9001, ISO 29990 oder AZAV zertifizieren lassen, dann fragen Sie bei CERTQUA, dem Zertifizierungsspezialist für Arbeitsmarkt- und Bildungsdienstleister nach einem Angebot.

Wie eine Zertifizierung von Organisationen mit mehreren Standorten funktioniert

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *