ManagementbewertungDie Managementbewertung (oder auch Management Review) ist eine generelle Anforderung der ISO 9001 und ist ein wesentlicher Treiber für Veränderungen in einem Unternehmen. Mit der Anforderung einer Managementbewertung innerhalb eines QM-Systems steht die Geschäftsleitung in der Pflicht, sich mit den Belangen des Qualitätsmanagaments auseinander zu setzen und auf der Grundlage von Zahlen, Daten und Fakten Entscheidungen zu treffen und umzusetzen. Als Bewertungsgrundlage werden Ergebnisse von Audits, Rückmeldungen von Kunden, die Prozessleistung und Empfehlungen für Verbesserungen heran gezogen. So hilft das Management Review dabei eine Transparenz bei Entscheidungen und Maßnahmen zu schaffen, Leistungsverbesserungen bei Prozessen und Produkten zu schaffen und Fehler frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden. Doch wie wird die Managementbewertung durchgeführt?

 

Sieben Schritte für die Durchführung einer Managementbewertung

1. Managementbewertung vorbereiten

Zunächst sollte der Turnus für die geplanten Managementbewertungen im Unternehmen festgelegt werden. Normen wie die ISO 9001 oder die AZAV fordern z.B., dass eine Managementbewertung einmal jährlich stattfindet. Zu beachten ist, dass die Managementbewertung nach dem Audit liegt, damit das Ergebnis des Audits in die Bewertung einfließen kann. Danach sollten die Beteiligten bestimmt werden. Hierzu gehören die Geschäftsleitung und optional auch weitere Führungskräfte, wie die Abteilungsleiter. Möglich ist es auch, den Qualitätsmanagementbeauftragten hinzuzuziehen. Bei der Aufgabenverteilung ist darauf zu beachten, dass die Geschäftsleitung die inhaltliche Bewertung und die Ableitung von Maßnahmen übernimmt. Der QMB kann die Bewertung vorbereiten, indem er Daten sammmelt, verdichtet und auswertet und im Nachgang der Bewertung die Ergebnisse dokumentiert.

2. Managementbewertung organisieren

Neben der frühzeitigen Bekanntgabe des Termins für die Managementbewertung, ist es auch wichtig, eine Agenda zu erstellen. Sie sollte die Themen enthalten, die die Geschäftsleitung für relevant hält. Dazu gehören z.B. die Qualitätspolitik und die Qualitätsziele, die Prozessleistung, die Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit, Technische Risiken, Marktrisiken etc.

3. Managementbewertung strukturieren und Eingaben zusammenstellen

In einem nächsten Schritt muss die Managementbewertung strukturiert werden. Dazu müssen zunächst die Daten gewonnen werden, die für die Bewertung notwendig sind. Wichtig dabei ist, dass die Daten eindeutige Auskünfte über den Grad der Zielerreichung geben und dass sie geeignet sind, strategische Entscheidungen abzuleiten. Darüber hinaus muss festgelegt werden, in welcher Form die Daten aufzubereiten sind (z.B. Texte, Tabellen, Grafiken, Diagramme etc.) und wer für die Aufbereitung zuständig ist. Eine weitere Aufgabe besteht darin, die erforderlichen Eingaben, also Daten, Informationen und Kennzahlen zusammenzutragen, die für die Bewertung relevant sind. Hier ist zwischen internen und externen Eingaben zu unterscheiden. Zu den internen Eingaben gehören Berichte von internen Audits, Verbesserungsvorschläge von Mitarbeitern, Kundenzufriedenheitsanalysen, Lieferantenbewertungen, Status der Korrekturmaßnahmen, Risikoanalysen etc. Zu den externen Eingaben gehören Rückmeldungen von Externen, Berichte von externen Audits und Kundenrückmeldungen.

4. Daten auswerten und Feststellungen treffen

Eine Managementbewertung sollte mit der Prüfung der Aktualität der Qualitätspolitik und der Qualitätsziele beginnen. Danach sollten die vorgegebenen Qualitätsziele mit den tatsächlich erreichten Werten verglichen werden. Gibt es Abweichungen, sollten die Ursachen dafür ermittelt werden. Darauf folgt die Prozessbewertung. Hier sind vor allem der Prozess zur Lenkung von Dokumenten und Qualitätsaufzeichnungen, der Ressourcenbereitstellungsprozess, kunden- und mitarbeiterbezogene Prozesse, Dienstleistungserbringungsprozesse und der Verbesserungsprozess wichtig. Sind alle Informationen und Daten ausgewertet, sind Schlussfolgerungen und Feststellungen der einzelnen Bewertungsteile zu treffen.

5. Maßnahmen festlegen

Im Anschluss an eine Managementbewertung müssen Entscheidungen zu Strategien und Maßnahmen getroffen werden, die die aufgedeckten Schwachstellen beseitigen können. Hier sind insbesondere Maßnahmen relevant, die die Effektivität im Unternehmen steigern, die die Stabilität der Prozesse erhöhen, die die Qualität der Dienstleistungen erhöhen und die die Qualitätskosten senken.

6. Maßnahmenplan erstellen

Alle beschlossenen Maßnahmen sollten in einem Maßnahmenplan festgehalten werden. Dabei ist für jede Maßnahme zu regeln wer die Maßnahme veranlasst hat, wer für die Umsetzung verantwortlich ist, bis wann die Maßnahme umzusetzen ist, welche Ressourcen dafür erforderlich sind und wer die Wirksamkeit der Maßnahme überwacht.

7. Ergebnisse dokumentieren und veröffentlichen

Der letzte Schritt ist die Dokumentation der Ergebnisse der Managementbewertung sowie die Aufzeichnung der Zuständigkeiten, der Eingaben und der vorgenommenen Bewertungen. Das zentrale Dokument ist dafür das Protokoll, welches noch um eine Kennzahlenübersicht, aus der die Entwicklung der wichtigsten Kennzahlen des Unternehmens hervorgeht, ergänzt werden kann.

Bildquelle: www.clipdealer.com

Wie Sie in 7 Schritten eine Managementbewertung durchführen können

2 thoughts on “Wie Sie in 7 Schritten eine Managementbewertung durchführen können

  • January 11, 2019 at 10:24 pm
    Permalink

    Hallo,

    der Artikel ist sehr umfassend beschrieben. Eine Managementbewertung ist eine IST-Aufnahme der vergangenen 12 Monate. Unteranderem ist zu bewerten, wie sich die Qualitätsziele bzw. Prozesskennzahlen zu den Vorjahren entwickelt haben. Deshalb ist es meiner Meinung wichtig, dass man den Trendverlauf gegenüber den Vorjahren bewertet.

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