Die Beschaffung ist ein wichtiger Bestandteil des Qualitätsmanagements, da die Qualität eines Produkts oder einer Dienstleistung auch immer von den Lieferanten und ihren Produktangeboten  abhängt. Dies berücksichtigt auch die ISO 9001:2015. Die Norm weist darauf hin, dass bereitgestellte Prozesse, Produkte und Dienstleistungen den Anforderungen entsprechen und die Unternehmen Kriterien für die Auswahl und Bewertung bestimmen und anwenden müssen. Doch wie sehen diese Kriterien aus, um Lieferanten richtig auszuwählen und zu bewerten?

 Kriterien der Lieferantenauswahl

Für die Lieferantenauswahl stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Die klassische Methode ist die Angebotsanalyse. Häufig sind drei Angebote vor einer Auftragsvergabe einzuholen, die Aufschluss über die Art der Leistung, den Preis, Lieferzeiten und die Zahlungsbedingungen geben. Eine andere Möglichkeit ist es, eine Lieferantenselbstauskunft einzuholen. Dafür wird ein Fragebogen an den Lieferanten geschickt, den dieser ausfüllen muss.

Um einen Eindruck von der Qualität von gegenständlichen Waren zu erhalten, eignet sich eine Erstmusterprüfung. Hier können die Beschaffenheit, die Funktion und die Maße beurteilt werden.

Um beurteilen zu können, wie leistungsfähig ein Lieferant ist, sind Kriterien wie Kommunikation, Preis und Gesamtkosten, Standort und Kapazität abzufragen. Darüberhinaus können noch Aspekte wie Wirtschaftlichkeit, Bonität, technisches Know-how, Service und Okölogie relevant sein. Die Lieferleistung wird im Wareneingang geprüft. Hier stehen vor allem die Qualität und die Termin- und Mengenzuverlässigkeit im Vordergrund.

Umfangreich, aber effektiv ist die Möglichkeit des Lieferantenaudits. Gibt es bereits einen Lieferantenstamm, lohnt es sich das Audit zumindest bei den bevorzugten Lieferanten regelmäßig durchzuführen. Für das Audit werden ein Projektteam bzw. ein Auditor bestimmt und das Auditkonzept entwickelt. Zentraler Bestandteil des Auditkonzepts ist ein Rundgang in den Unternehmen der Lieferanten und ein Fragekatalog, mit dem sich die Fähigkeiten und Möglichkeiten zur Erfüllung der Qualitätsanforderungen abfragen lassen. Danach werden die Ergebnisse des Audits ausgewertet und die Lieferanten auf Grundlage dieser Ergebnisse in verschiedene Klassen eingeteilt. Hier eignet sich die ABC-Einteilung: A für Ausgezeichnete Lieferanten, B für Bevorzugte Lieferanten und C für Geeignete Lieferanten. Die Lieferanten, die es nicht in die ABC-Kategorien geschafft haben, können bei zukünftigen unberücksichtigt bleiben.

Kriterien der Lieferantenbewertung

Das Instrument der Lieferantenbewertung wird vor allem für die kontinuierliche Lieferantenbeobachtung genutzt. Bei der Beobachtung werden die Lieferleistungen regelmäßig überwacht, um so Veränderungen in der Leistungsfähigkeit frühzeitig zu erkennen. Die Lieferantenbewertung verhilft so zu einer objektiven und systematischen Liefarentenauswahl, zu einem Aufbau eines optimalen Lieferantenportfolios sowie zu einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Bei der Lieferantenbewertung werden im Allgemeinen drei Werte erfasst und analysiert: der Ist-Wert zum Zeitpunkt der ersten Bewertung, die Werte der laufenden Geschäftstätigkeit und die Soll-Werte.

Auswertung der gesammelten Ergebnisse

Aus den Ergebnissen und Kennzahlen der Bewertung können dann langfristige Trendbeobachtungen erstellt werden, die eventuelle Veränderungen erkennen lassen. Zudem sollten die Lieferanten über ihre Bewertungsergebnisse informiert werden, damit sie bei möglichen Schwachstellen die Möglichkeit haben, diese zu korrigieren.

 

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Bildquelle: www.clipdealer.com

 

Lieferanten richtig auswählen und bewerten

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